Die Geldbeutel ohne Zaudern gezückt

Bei DRK-Sammlung "Ein Tag für Südasien" des Einsatzzuges Sinsheim kamen 3700 Euro zusammen
Vor Schautafeln, Zelt und Fahrzeugpark sammelten die DRK-Helfer und Ehrenamtlichen für die Aufbauhilfe in den von der Flutwelle gezeichneten Ländern.

Ein Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 10.01.2005. Für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial bedanken wir und bei Herrn Martin Weis von der RNZ.
 

 

Sinsheim. (mw) Sie hätten auch ohne Fahrzeuge, Informationstafeln und SG 30 (Sanitätsgerüstzelt für 15 Personen) vor dem Alten Rathaus den gleichen Erfolg gehabt, die rund 20 Helfer und Ehrenamtlichen der Einsatzeinheit Sinsheim und Umgebung aus den Ortsvereinen Sinsheim, Hilsbach, Waibstadt und Helmstadt.

Keiner musste am Samstag bei der bundesweiten DRK-Sammlung "Ein Tag für Südasien" die Passanten zur Spende auffordern. Zielstrebig wurden die Sammelbüchsen angesteuert, von Mütterchen, Familien, Kindern und Einkaufsbummlern. Überwiegend Scheine verschwanden in den Büchsen. Selbst Menschen, die mit gezücktem Portemonnaie vor den Rotkreuzlern standen und erzählten , dass sie bereits aufs Spendenkonto der Fluthilfe Geld überwiesen haben, griffen erneut ins Kleingeldfach.

"Wir wollen mit diesem Tag für Südostasien Flagge zeigen und unsere Solidarität mit den Tausenden Helfern bei ihrer Katastrophenschutzarbeit in den schwer getroffenen Ländern ausdrücken." So bewertet DRK-Landesbereitschaftsführer Dieter Wolf aus Waibstadt das Engagement der Mitarbeiter der 4. Katastrophenschutzeinheit im Kreis. Mehr als angetan war Wolf, mit welcher Selbstverständlichkeit vor dem Alten Rathaus gespendet wurde. Am Abend wurden die Büchsen geleert. 1438 Euro wurden in Sinsheim gesammelt. Bei den örtlichen Sammelaktionen in Waibstadt kamen 990 Euro zusammen. In Helmstadt wurden 954 und in Hilsbach 329 Euro gezählt.

Welche Art von Hilfe derzeit von tausenden Helfern der betroffenen Ländern und internationalen Kräften aus 30 Rotkreuzgesellschaften in den verwüsteten Landstrichen rund um den Indischen Ozean geleistet wird, darüber informierten Schautafeln. In Thailand haben zwei medizinische Teams mit je vier Ärzten und Rettungsassistenten des DRK mehr als 1000 deutsche Urlaube medizinisch und psychologisch betreut. In Sri Lanka wird eine Wasseraufbereitungsanlage eingesetzt, die täglich 15 000 Menschen mit sauberem Wasser versorgt.

Ebenfalls im Einsatz ist eine Mobile Wasseraufbereitungsanlage und eine Basisgesundheitsstation des DRK für 20000 Menschen in in Indonesien. Hilfsflüge brachten Küchensets, Wasserkanister, Chlortabletten und Bettlaken ins Katastrophengebiet. Allein in der ersten Woche nach der Katastrophe hat das DRK rund fünf Millionen Euro für unmittelbare Hilfe ausgegeben.

Dass es damit nicht getan ist, um das Überleben von zwei Millionen Obdachlosen und Evakuierten zu sichern, betonten der stellvertretende Kreisbereitschaftsführer Reiner Schleweis aus Waldangelloch und Jörg Küllmar, DRK-Gruppenführer für soziale Betreuung in Waibstadt. "Wir rechnen mit fünf Jahren, um die Lebensverhältnisse einigermaßen zu stabilisieren." Für den Wiederaufbau der Infrastruktur veranschlagen Küllmar und Schleweis weitere fünf Jahre.

Deswegen setzten die Ehrenamtlichen darauf, dass auch in Sinsheim die Welle der Hilfsbereitschaft in den nächsten Monaten nicht abebbt, wenn das Katastrophengebiet und das Leid von Millionen Menschen aus den Schlagzeilen gerückt ist.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung